Höhepunkt unserer bisherigen Reise ist der Khao Sok Nationalpark. Wir wanderten durch den Regenwald auf der Suche nach Wasserfällen an deren Fuss man baden kann. Wir fanden idyllische Badeplätze und stellten fest, das nette Stromschnellen hier auch als Wasserfälle bezeichnet werden. Das tat unserer Freude am Baden jedoch keinen Abbruch. Erst als uns die Affen anhaltend mit Fruchtschalen zu bewerfen begannen, zogen wir wieder ab. Immerhin weiss ich jetzt, woher das Wort „Affemeis“ kommt.
Bambuswald
Aff
Die nächste Station war der wunderschöne Chiew Laan Lake, auf den man nur per Long-Boat kommt. Genächtigt wird in sogenannten „Raft-Houses“, worunter man sich einen schwimmenden Mini-Campingplatz vorstellen muss: maximal 11 Hüttchen und ein Haupthaus mit Restaurant und „sanitären Anlagen“. Unser Raft-House ist ein schwimmender Traum! Die Dusche ist der See und wir hatten – welch ein Luxus – ein Lavabo auf der Veranda (!!!) Sieht ziemlich schräg aus 🙂
 Badezimmer Kee Ree Waree
Was es allerdings auch gab, waren gewisse Verständigungsprobleme. Denn man spricht hier wirklich nur Thai und da sich Beats Thai-Kenntnisse auf kulinarische Dinge beschränken (wen wunderts?), verhungern wir zwar nicht, können aber sonst nicht Viel erreichen. Unsere Rettung kommt gegen Abend in Form eines Amerikaners mit seiner thailändischen Freundin Su, die perfekt beide Sprachen spricht. Sie rettet uns aus verschiedenen Situationen. Unter anderem möchten wir die Hütte wechseln. Nicht dass es an unserer irgendetwas zu beanstanden gäbe, aber die am Ende des Steges ist nun mal die Schönste, weil man vom Bett aus sowohl Sonnenauf-, als auch Sonnenuntergang sehen kann. Das Einzige, was man zu tun braucht, ist sich einmal umzudrehen. Su und 200 Baat machens möglich!
Kaum sind wir in unser neues Domizil eingezogen, fliegt mir eine Hornisse um die Ohren. Ich scheuche sie nach draussen, doch keine 30 Sekunden später saust das Vieh wieder an mir vorbei und flugs in den Dachstock hinauf. Dort höre ich ein äussert verdächtiges Geräusch. Ich steige also todesmutig die Bambusleiter hoch (unterm Dach gibts noch zusätzliche Schlafplätze für mind. 5 Thais und max. 2 Europäer) und da sehe ich Miss Hornisse – selbstverständlich im unzugänglichsten Winkel der Hütte – munter ein Nestchen bauen.
Also ich bin ja wirklich äusserst tierliebend aber eine Hornissenfamilie und Herr und Frau Bieler in einer Bambushütte? Geht gar nicht! Als Miss Hornisse zur nächsten Materialbeschaffung abdüst, schlage ich flugs alle Fenster und Türen zu. Schon rückt Miss Hornisse wieder an! Fliegt zunächst das Dachfenster an – ha, ha da gibts keinen Zugang mehr – kreist mehrmals ratlos um die Hütte und zieht wieder ab.
Doch ich halte es in dieser Bruthitze ja auch nicht ewig drinnen aus und kaum öffne ich die Tür, ist Miss Hornisse wieder da. Dasselbe Spiel also von vorn, nur dass ich jetzt zum Regenschirm greife, der hier vorwiegend gegen die sengende Sonne benutzt wird. Und während Frau Hornisse zur nächsten Materiallieferung abzieht – ich weiss, das ist nicht nett – zerstöre ich ihr Haus. Keine Angst – es waren erst die Grundmauern errichtet und die Hornissenhütte deshalb noch unbewohnt. Da weiss Frau Bieler Bescheid. Schöfflisdorf, Chiew Laan Lake, was Hornissen anbelangt: same, same. Ich weiss aber auch, dass sich Hornissen in gewisser Weise nicht von Menschen unterscheiden. Was macht man, wenn das Haus zerstört ist? Man baut es flugs wieder auf!
Der Regenschirm allein reicht also noch nicht aus. Jetzt muss der Giftspray her. Notfalls hätte ich das auch zeichnen können. Aber Su macht das bedeutend besser und schneller. Der Sohn unserer Vermieterin rückt an und kriegt fast einen Herzschlag, als ich mit dem Regenschirm auf das zerstörte Nest losgehe. Doch er sieht ein, dass ich gute Vorarbeit geleistet habe und er gefahrlos die Spraydose einsetzen kann. Miss Hornisse schaut genau noch einmal vorbei, riecht den Braten und lässt sich nicht mehr blicken. Ausser einem Frosch auf der Veranda stört kein Viech mehr unsere wohl verdiente Nachtruhe.
Abendstimmung Chiew Lan
to be followed

Im Khao Sok Nationalpark

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