Thailändischer Wecker und Water-Yoga

Frühmorgens weckt uns eine ziemlich laute, schrille Stimme. Definitiv nicht tierischen Ursprungs! Scheppernd tönt es aus viel zu kleinen Lautsprechern mit viel zu hohem Lautpegel. Das darf doch nicht wahr sein! Da fahren wir 8 Stunden zu einer weeiiiit entfernten Insel, um täglich mit gebrüllter Wahlpropaganda geweckt zu werden? Doch dann kommt Musik und obwohl ich das Lied nicht kenne, tönt es irgendwie – nach Nationalhymne. Und tatsächlich: In Thailand wird jeden Morgen die Nationalhymne in Radio und Fernsehen gespielt. Sitzende springen auf, Männer legen die Hände an die Hosennaht, wölben stolz die Brust und stehen stramm. Einige Thais richten sich sogar nach Bangkok aus. Von Touristen wird das zwar nicht erwartet, aber aufstehen sollte man schon. Die Nationalhymne heisst Pheng Chat Thai und wurde von einem österreichischen Emigranten komponiert. Ob ich sie deshalb erkannt habe? Hat so was europäisch-feierliches … Das Ganze wiederholt sich um 18 Uhr. So nach dem Motto: täglich grüsst das Murmeltier. Und einen Wecker brauchen wir definitiv nicht mehr.
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Blick von unserem Bungalow aufs Meer

Wenn wir schon wach sind, können wir ja einen Morgenschwumm im Meer nehmen. 150 Stufen runter zum Strand – doch wo bitteschön ist das Meer??? Hat mich jetzt die Nationalhymne so verwirrt, dass ich Sinnestäuschungen habe? Vor uns liegt nämlich nicht die türkisfarbende See von gestern, sondern – nichts! Es sieht aus wie an der Nordsee bei Ebbe. Ist das jetzt ein Tsunami? Sofort wieder 150 Stufen raufgalopieren? Es ist gottseidank Ebbe. Und zwar ziemlich Ebbe! Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt hier gut 4 Meter! Geht man also während Ebbe schnorcheln, kann man quasi durch die Korallen hindurchschwimmen, bodennah und da begegnet man eben diesen Tigerschlängli auf Augenhöhe. Aber lassen wir das. Wir machen jetzt erst mal eine Wattwanderung!

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Danach gibts Wasser-Yoga. Eine Eigenkreation von uns. Nach Wechseljahr-Yoga, Antioxidant-Yoga, Detox-Yoga finden wir, es ist höchste Zeit dafür! Bisher gibt es erst zwei Übungen. Die erste heisst: „Beetle upside-down“ und geht so: man legt sich mit dem Rücken nach unten ins Meer, streckt alle Viere von sich und lässt sich wie ein Stück Holz an den Strand treiben. Entspannungsfaktor 10. Die zweite Übung ist von Beat, heisst „Water-Cobra“ und geht so: Man legt sich auf den Bauch strandnah ins Meer, lässt das warme Wasser bist zur Brust schwappen und tut – nichts. Stufe zwei der „Water Cobra“ ist: man stellt noch ein eiskaltes Chang-Bier dazu. Entspannungsfaktor 10+. Wir sind überzeugt, dass dies zum Trend-Yoga 2014 wird. Copyrights haben wir bereits angemeldet.

imageWater Yoga 1: beetle upside down

imageWater Yoga 2: water cobra

Wenn die Sonne untergeht, erwachen die Lebensgeister. Und man muss so schwierige Entscheidungen treffen wie: Trinken wir das Bier heute an der Sunset- oder doch lieber an der Sunrise-Beach? Gehen wir zu Fuss oder nehmen wir ein Inseltaxi?
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Insel-Taxi für zwei: Beat auf dem Sozius …


image… ich im Seitenwagen.

 

Man wird träge hier und langsam und hat viel Zeit zum Schauen und sich amüsieren. Wir essen – die Füsse im Sand – die knusprigsten Fish-Cakes der Welt und staunen, was sich hier so alles abspielt. Ein kleiner Wonneproppen wird im Restaurant fudiblutt abgeduscht und findet das quitschfidel. Zwei Hunde kopulieren, wobei, wie so oft, der Kleinere den Grösseren besteigt. Ein zweifelhaftes Vergnügen, weil nun ja, die architektonischen Verhältnisse unüberwindbar sind. Nebenan lassen sich seufzende Touristen die Füsse massieren und aus der Bar ertönt chillige Reggae-Musik. Ich könnte ewig hier sitzen und über untenstehenden Satz sinnieren ….

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Strandleben am Abend: Lichter, Sand und Musik

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