PS: Eine Schiffahrt, die ist lustig … Teil 2

Eigentlich wollte ich ja nichts mehr über Bootsfahrten berichten aber unser Rückweg hat den Hinweg noch in jeder Hinsicht getoppt. Wohlwissend wie die Reise verlaufen wird, bunkerten wir diesmal auch Futter zum Wasser und liessen uns erst mal im unteren Stock, pardon im Gefrierfach der Tigerline-Ferry nieder. Die Klimaanlage blies wie ein Orkan, die Temperatur betrug ca. 13 Grad. Doch auch dafür hatte ich mich gewappnet! Leggins über Shorts, Jacke, Badetuch um den Hals. Tigerliner, diesmal erwischt ihr mich nicht kalt!

Lotti-6

Um 9 Uhr mussten wir das Boot besteigen, um 10 Uhr gings los. Der erste Zwischenhalt erfolgt in Hat Yai zum Tanken. Doch diesmal wurden wir alle von Bord geworfen. Wieso – keine Ahnung. Wir warten also am Kai, 10 Minuten, 20 Minuten, nach 40 Minuten kommt eine Fähre von Phuket und hält – wie üblich – neben unserer Fähre, welche offenbar zurück nach Ko Lipe fährt. Wieso? Keine Ahnung. Nun gehts folgendermassen. Die Leute, welche von Phuket kommen und nach Ko Lipe wollen, steigen in unser Schiff um. Wir klettern danach wieder mit unseren Koffern zurück auf unser Schiff, durch dieses hindurch und auf der anderen Seite in die neue Fähre. Diese ist kleiner als die erste, bei gleich viel Leuten und gleich viel Gepäck…

P1000716

Und ich weiss, man sollte ja allen Menschen offen und vorbehaltlos begegnen, aber die Russen machen es einem wirklich nicht immer einfach, sie zu mögen. Mir sind Männer, die sich ständig ihr T-Shirt vom Leib reissen –  egal welcher Nationalität – grundsätzlich suspekt. Ein solcher Typ ist schon mit uns nach Ko Lipe gereist und natürlich ist er auch heute wieder an Bord. Der Mann läuft überall nur in Badehosen rum (auf Hat Yai leben vorwiegend Moslems), seine Frau ist ebenfalls nicht reichlich gekleidet. Und natürlich drängen sie sich mit ihren 5 Koffern ständig vor. Ich drücke ihm zur Strafe einfach meinen Koffer in die Hand – soll der Kerl mit seinem Stahl-Body doch mal was Nützliches tun! Er guckt mich entgeistert an, nimmt dann aber wortlos meinen Koffer und hievt ihn aufs Boot. Jawoll Mann, so gehts auch!

Wir installieren uns also erneut im Unterdeck und oh wunder – dieses ist – nun ja – gar nicht klimatisiert, ergo 35 Grad heiss …  Also rauf aufs luftige Sonnendeck aber da liegt schon wieder der Russe quer in der Landschaft und belegt das halbe Sonnendeck, um seinen Body zu bräunen. Im Schatten hats leider keinen Platz mehr frei …

P1000717

Nachdem wir es uns also zwangsläufig wieder im Brutkasten gemütlich gemacht haben und gerade eingedöst sind, hält der Kahn erneut, diesmal auf offener See. Und man glaubt es wirklich kaum, aber wir müssen nochmals umsteigen. Diesmal auf ein wirkliches „Speed-Boot“, eigentlich eine Yacht, die für 10 Personen durchaus bequem wäre… Etwas gedrängt wird es langsam schon mit allen Koffern und Rucksäcken, denn die Boote werden ja bei jedem Umsteigen kleiner. Als wir endlich alle sitzen, braust das Ding los, als würde ihm der Teufel im Nacken sitzen. Zwei Aussenbordmotoren hat das Boot, von denen einer so viel PS hat wie unser Audi. Und die Matrosen klettern munter – während der Höllenfahrt (!) – über die Motoren hinweg und hängen sich aussen ans Schiff, Gesicht im Fahrtwind! Mir wird vom blossen Zuschauen himmelangst. Ein kleiner Ausrutscher, ein Fehltritt und von den jungen Männern ist nichts mehr übrig als eine rote Spur im Meer… Doch Mister „Donut“ (s. T-Shirt!) beeindruckt das in keinster Weise. It’s cool man!!

P1010190

How to survive Thailand:

  • Love heat, water and animals. Wenn Du zwei von beiden nicht liebst, buche ein Hotel-Ressort. Wenn Du nur eines oder gar keines magst, mach lieber Ferien im Berner Oberland.
  • Hab immer Klo-Papier im Sack. Thailändische Toiletten funktionieren nämlich komplett anders! Zur Reinigung gibts eine Dusche, das Papier (sofern überhaupt vorhanden) ist nur zum Trocknen da und gehört niemals ins Klo, sondern in den Kübel daneben. Das gilt auch für Hotels und vor allem Privathaushalte! Anfangs gewöhnungsbedürftig, aber in Wahrheit genial!
  • Frauen, kauft Euch ein paar Flip-Flops und ein luftiges Kleid, das möglichst nirgendwo am Körper aufliegt, mit anderen Worten einen Sack. Alles andere ist überflüssig! Wirklich!!
  • Ärgere dich nie über Verspätungen oder mehrfaches Umsteigen – es bringt einfach nichts. Im Notfall hilft Lach-Yoga
  • Nehmt ein aufblasbares Kissen mit. Es gibt in Thailand KEINE bequemen Stühle!
  • Machts wie die Katzen: schlafen, fressen, bei Dunkelheit rumstreunen und dann wieder bei Punkt 1 beginnen.
P1010044

 Falls Ihr, trotz unserer „Schauermärchen“, doch Lust auf dieses wunderbare Land bekommen habt, helfen wir Euch gerne mit Tipps (Hotels, etc.). Ko Lipe ist auch auf andere Weise zu erreichen als via Phuket, allerdings muss man am Schluss immer ein Boot nehmen (mind. 2 Stunden), denn es ist ja eine Insel ohne Flughafen. Es gibt jedoch Hunderte von schönen Inseln in der Nähe von Phuket, die vom Festland aus innert einer Stunde erreichbar sind. Aber so speziell wie uns Ko Lipe sind sie natürlich nicht.

P1010191

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s