Sonnen-Pralinen und tollkühne Wasserspringer

Ich habe gestern Abend nochmals blind in Forrest Gumps Pralinenschachtel gegriffen und mir das Stück auf der Zunge zergehen lassen. Es schmeckte nach Orange und Granatapfel. Und siehe da: Als ich die Augen öffnete, war die Abendsonne da!

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Maria bringt Abendsonne nach Torre Canne 

Vor lauter Glück haben wir im ausgezeichneten Ristorante Il Punto nicht nur hervorragende Orecchiette (typische Pasta aus Apulien) mit Oliven, sonnengereiften Tomaten und frischen Sardellen genossen, sondern auch ein bisschen tief in den vino rosso geschaut. Jedenfalls mussten wir nach einer lustigen Pfützenfahrt zum Hotel, bei der ich versuchte, möglichst wenig streunende Hunde zu treffen, nochmals zurück ins Ristorante. Nicht weil wie üblich ich ein Jäggli oder die Handtasche vergessen hatte, sondern Beat seine teure Kamera. Alles noch da, alles paletti: Wir sind ja schliesslich in Süditalien!

Am Morgen frühstückten wir auf der Terrasse, es roch nach Rosmarin und Maggi. Jawoll, Maggi! Und das Schlimmste daran: mein Kaffee schmeckte nach der scheusslichen Flüssigwürze! Nach vertieftem Geschmackstest konnte ich eindeutig ein Instant-Kaffeepulver ausmachen. Selber schuld: Man bestellt in Italien auch keinen Milchkaffee.

Den restlichen Sonntag verbrachten wir wie die Italiener. Wir fuhren mit dem Auto so nah als möglich an die Sehenswürdigkeiten ran. Das heisst, man ignoriert Fahrverbotstafeln, meidet gebührenpflichtige Parkplätze und stellt das Auto am Strassenrand ab. Wir amüsieren uns an der Strandmodeschau der Jugend vom schattigen Platz im Ristorante aus und schauen wieder zu, wie sich junge, gut gebaute Mädchen-Beeindrucker todesmutig ins Wasser stürzen. Das scheint hier eine Art Volkssport zu sein, aber wo sonst kann man dies in so traumhafter Naturkulisse tun?

Wir packen also auch die Badehose ein und marschieren los. Der Pfad (auch ein Veloweg, lieber Dario!) über der steilen Küste bei Sant Andrea ist von atemberaubender Schönheit! Was mich dann allerdings doch etwas irritierte, war das vewitterte Schild, das nah am Abgrund stand: Fahr- und Parkverbot für Autos. Also so weit ging es uns dann doch nicht mit der Italianità!

Aber einen Badeplatz haben wir gefunden. Nein, wir sind nicht von den Klippen gesprungen, sondern haben eine schmale Felsentreppe benutzt. Die erwies sich dann für Italiener offenbar doch als zu anstrengend. In der winzigen Sandbucht trafen wir nur eine belgische Familie und einen Norweger. Salve!

 

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