Strada chiusa

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Autos haben in Italien die schönsten Häuser

Autofahren in Süditalien ist ganz einfach, wenn man ein paar Regeln beherzigt:

  • Blinker sind total überflüssig
  • Vortritt hat, wer die (Auto)-Schnauze vorne hat
  • Überholverbotstafeln und Sicherheitslinien stehen nur zur Dekoration herum
  • Parkplätze befinden sich grundsätzlich auf der Strasse

Merkwürdigerweise gibt es nur zwei Kategorien von Autofahrern in Süditalien: Entweder sie fahren nie mehr als 30 Stundenkilometer oder nie weniger als 100 Stundenkilometer. Hat man das alles einmal kapiert, klappt es mit der Fortbewegung ganz prima. Und wir dachten, wir könnten unserem Skoda Octavia jetzt auch mal etwas zumuten. Da wir noch ein paar Tage auf der liparischen Insel Salina verbringen, müssen wir von Apulien nach Reggio di Calabria gelangen. Dazwischen liegt das Sila-Gebirge. Und das wollen wir unbedingt durchqueren. Auf der Karte sah unsere Route aus, wie viermal von Chur nach Arosa zu fahren – seeehr kurvenreich!

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Olivenbäume oberhalb Caritas

Schon in Cariati schlängelte sich die Strasse in mehreren Haarnadelkurven in die Höhe. Die Aussicht aufs Meer und Cariati war atemberaubend schön. Im nächsten Bergdorf sahen wir an der Abzweigung nach San Giovanni in Fiore ein Schild: „strada chiusa“ – Strasse geschlossen. Das konnten wir nicht glauben, führte doch von hier nur diese Strasse direkt nach San Giovanni in Fiore. Die Strasse war bis zu einem hübschen Picknickplatz im Wald auch tiptop. Danach verschlechterte sie sich allerdings sehr schnell. Nach ein paar Kilometern trafen wir einen Hirten. Er sah uns etwas erstaunt an, musterte dann unseren Oktavio und meinte trocken: Sollte gehen.

Es ging. Aber es dauerte. Denn die Strasse war – nun sagen wir – teilweise etwas „unwegsam“. Manchmal war sie bergseits ganz verschüttet, der Asphalt zum Teil bereits auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Es gab Gras, wo Belag sein sollte und tiefe Löcher, wo ebenfalls Strasse sein sollte. Wir trafen aber weder 30- noch 100-Stundenkilometerfahrer – wir hatten die Strasse wirklich ganz für uns allein. Sozusagen Privat-Pass. Einzig ein paar Kühe und eine Ziegenherde wollten partout nicht einsehen, warum sie ihre Strasse freigeben sollten. Kann ich irgendwie verstehen…

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Strada chiusa …

Zum Schluss für heute noch zwei weitere kleine Italien-Auto-Anekdoten:

Die Orts-Tafeln auf Salina wurden neuerdings mit einem „Hupen verboten“-Schild ergänzt.

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Und in Galatina trafen wir einen Fahrlehrer mit Schüler. Der Fahrschüler musste das Auto direkt vor dem Büro des Fahrlehrers parkieren. Selbstverständlich im Halteverbot…

Viva Italia!

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Sila Hochebene

Touristen-Info
Die Fahrt durchs Sila-Gebirge ist für Kurven- und Bergliebhaber ein Muss. Allerdings sollte man dafür keine geschlossenen Strassen nehmen, denn das könnte durchaus mal schief gehen. Es gibt eine gut ausgebaute Hauptstrasse von Crotone nach Cosenza und auch offene Nebenstrassen. Viel Spass!

 

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