Ode an den bedrohten Olivenbaum

oliven-1-von-1

Nirgendwo in Italien sind die Olivenbäume schöner und älter als im Stiefelabsatz. Die rote, stark eisenhaltige Erde scheint für die Bäume ideal zu sein. Einige sind über 800 Jahre alt.

Doch das Einkommen vieler apulischer Bauern ist akut bedroht. Seit ein paar Jahren lässt das aus Amerika stammende Feuer-Bakterium die Olivenbäume in kürzester Zeit vertrocknen. Weinend mussten die Bauern 2015 zusehen, wie über eine Million, z.T. uralter Ölbäume gefällt wurden! Ganze Haine wurden platt gemacht oder abgebrannt. Welch ein Drama für Menschen und die Natur!

Zum Glück gibt’s aber auch noch Haine mit gesunden Bäumen. Durch sie hindurch zu wandern ist besser als jede Meditation. Die Farbe, die knorrigen Stämme, die schützenden Kronen verströmen eine wunderbare Ruhe. Ich setze mich unter einen alten Baum und lausche dem Wind in den Blättern. Es ist, als würde er mir uralte Geschichten erzählen und ich fühle mal wieder, wie wenig so ein Menschenleben in der Zeitrechnung unseres Planten ist.

Ein Olivenbaum hat etwas Magisches an sich. Seine pure Grösse und sein biblisches Alter lassen einen irgendwie ehrfürchtig werden. Die deutsche Journalistin Anette Rübesamen sagt von sich selbst, sie sei keine, die Bäume umarme. Aber in Apulien musste sie an einem Olivenhain anhalten und zu einem der uralten Bäume gehen. Sie schreibt: „Sein Stamm krümmt sich wie vor Schmerzen, windet sich um sich selbst, scheint sein Leben lang gekämpft zu haben, gegen den Wind, die Hitze. Er hält durch, trägt einen Schopf silbriggrünen Laubs und viele Früchte. So einen Baum umarmt man nicht. Man neigt sein Haupt in Ehrfurcht.“

oliven-2-von-5

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s