Gummibäume, Zuckerschock und Buchparadiese

Habe ich schon erwähnt, dass es gut 31 Grad im Schatten ist? Und die Luftfeuchtigkeit 95% beträgt? Bei solchen Verhältnissen gibt’s nur zwei Möglichkeiten:

Erstens: Ganz langsam durch die Stadt-Pärke spazieren und sich ab und zu unter einen Gummibaum legen. Der wirft Schatten für mindestens 50 Leute, also kein Problem.

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Schatten unter dem 200jährigen Gummibaum

Zweitens: Man geht überall rein, wo es kühl ist. Museen zum Beispiel. Kirchen auch okay. Glace-Läden noch besser! Hab mir grad ein „dulce de leche“ mit Schoggisplittern reingezogen und leide jetzt unter einem Zuckerschock. Dulce de leche ist die Landes-Süssigkeit schlechthin. Es gibt sie überall und zu jeder Tageszeit. Man streicht sie aufs Brot, backt sie in Kuchen oder macht Glace draus. Die Milch-Konfitüre wird so lang gekocht, bis die Masse caramelisiert und dickflüssig wird. Schmecken tut es wie Kondensmilch mit Caramelgeschmack.

Nach dem Zuckerschock flüchte ich also unter den nächsten Gummibaum und danach in die National-Bibliothek. Entworfen hat sie Architekt Clorindo Testa, die Bauzeit dauerte 20 Jahre! (1972-1992). Ob sich das gelohnt hat? Im Brutalo-Bau ist es zwar kühl, aber die düstere Atmosphäre dieses eigenwilligen Pilzes treibt uns relativ schnell wieder in die Wärme hinaus.

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Erbaut im brutalistischen Stil zwischen 1972 und 1992: Die National-Bibliothek

Denn es gibt hier in Buenos Aires noch ein ganz anderes Buch-Paradies. Oder korrekter: ein Buch-Theater. Schaut auch mal diesen Buchladen an:

Auf der Bühne befindet sich ein gemütliches Kaffee, von den Logen geniesst man einen tollen Ausblick ins ehemalige Theater. Für heute also Schluss – wir sind soeben zu Bücherwürmern mutiert!

Buchhandlung El Ateneo in ehemaligem Theater

3 Gedanken zu “Gummibäume, Zuckerschock und Buchparadiese

  1. Soo lääss!¨Bin grad per Zufall darauf gestossen, dass es ja den Blog jetzt schon gibt. Hab mir grad alles reingezogen. Übrigens kann der Friedhof Montmartre in Paris also auch locker mithalten. Den Aberglauben, mit Mausoleen das Seelenheil zu kaufen, war (oder ist allenfalls noch heute) weltweit verbreitet.

    Geniesst eure Reise auf dem Schiff, wir feiern morgen Samichlaus!!
    CU

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  2. Wenn’s um italienische Friedhöfe geht, kann man natürlich anfügen: Cimiterio monumentale in Mailand.
    Bei einem Besuch dort vor vielleicht 20 Jahren,an einem kalten Tag im November, habe ich mich das erste und einzige Mal vor dem Tod gefürchtet, als ich mir vorstellte, in so einem schauderhaften Mausoleum deponiert zu werden. Für immer…
    Habe dann zum Ausgleich weiter unten in Lipari etc. weitergelesen: Eher mein Ding.
    Aber sorry, das ist ja Euer Blog! Scheint also wirklich keine Verbindung auf dem Schiff zu haben. Muss hart sein für Beat 🙂 Doch eine ausgiebige Plauderei mit ein paar hunderttausend Pinguinen ist bestimmt auch sehr unterhaltend.
    Also, kommt gut nach Hause, bis bald (Susan und ich fliegen Anfang Januar auf Euren Spuren in den tiefen Süden: Nach Nizza. Immerhin.
    Livio

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