Ostfriesen-Störche und Pinguin-Drama

Nach 36 Stunden Seefahrt, gibt es heute erstmals „action“. Wir landen auf Bleaker-Island an. Das ist eine kleine Insel vor den grösseren Falkland-Inseln. Jede Anlandung erfolgt mit sogenannten „Zodiacs“, Schlauchbooten mit Aussenbordmotoren. Das Ein- und Aussteigen hatten wir bereits virtuell geübt und die erste Nass-Anlandung (man muss beim Aussteigen kurz ins Wasser steigen) klappt bestens.

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Ostfriesenstorch auf Bleaker Island

Dürfen wir vorstellen? Das ist ein echter „Ostfriesen-Storch“. Nein, der hat sich nicht verirrt, der wohnt hier. Und es gefällt ihm fast so gut wie an der Ostsee. Der Austern-Fresser, wie er korrekt heisst, teilt das Revier mit den hübschen Magellan-Gänsen und ein paar Schafen. Doch wo sind die Pinguine???

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1. gesichteter Pinguin mit Schaf

Nach zwei Kilometern Fussmarsch über diese einsame Insel – es lebt nur eine Familie hier – entdecken wir sie. Beziehungsweise hören sie. Aus dem hohen Tussockgras ertönt ein Geschnatter und Gequieke, als ob sie sich gerade über die neuste Invasion rotgekleideter Gummistiefel-Träger beschweren würden.

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Magellan-Pinguine auf Bleaker Island

Sie nehmen uns dann auch nur beschränkt zur Kenntnis. Wir sie dafür umso mehr. Manchmal posieren sie ungewollt hübsch für unsere Kameras, manchmal drehen sie uns einfach den Allerwertesten zu und man muss aufpassen, dass man keine Portion Pinguinscheisse erwischt.

Und dann spielt sich vor unseren Augen das erste Drama ab: Ein winziges Pinguin-Kücken schlüpft unter dem warmen Mutterbauch hervor und verliert sofort die Orientierung. Die Mutter will das andere Kücken nicht verlassen und versucht krampfhaft, das hilflose Kind mit dem Schnabel zurück zu holen, was ihr leider nicht gelingt. Am liebsten hätte ich das Tierchen zurückgeschoben. Doch das ist streng verboten. Fünf Meter Abstand zu den Tieren müssen stets eingehalten werden. Kein menschliches Eingreifen in die Natur.

Wir halten den Atem an, als sich das winzige Pinguinchen auch noch überschlägt und immer weiter von Mutters schützendem Bauch wegrollt. Der Sturmvogel dreht schon bedrohlich nahe Runden. Was für ein Drama! Doch dann die Erlösung: Pingu scheint Mama zu hören und robbt zurück. Die Mutter packt den Ausreisser am Schopf und befördert ihn behutsam zurück unter ihren warmen Bauch. Happy Pinguin! Happy Kreuzfahrer! Das ist ja gerade nochmals gut gegangen!

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Antarktis-Lektion Nr. 2: Hilf Dir selbst, sonst hilft dir keiner

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