Faule Robben und gesprächige Dampfschiff-Enten

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Seit 1982 weiss fast jeder, wo die Falkland-Inseln liegen. Oder zumindest, wem sie gehören. Der englischen Königin natürlich. Die Argentinier wollten die Inseln am Ende der Welt den Engländern wieder einmal entreissen und fuhren am 2. April 1982 mit grossem Geschütz auf. 72 Tage dauerte die Besetzung bis England die Argentinier besiegte. Dabei kamen über 1000 argentinische Soldaten, 252 britische und 3 Zivilisten aus der Hauptstadt Stanley ums Leben. Noch heute heissen die Inseln in Argentinien Las Malvinas und man sollte das Wort „Falkland“ besser nicht in den Mund nehmen!

Das Leben auf den Inseln (vorwiegend Schafzucht und Fischerei, heute auch vermehrt Tourismus) wird im Inselmuseum sehr anschaulich dokumentiert. In einem Film äussern sich Einwohner, wie sie den Krieg als Kinder erlebt haben. Krieg – egal wo er stattfindet – hinterlässt Spuren, die Generationen brauchen, um verarbeitet zu werden. Und meist genügt nicht einmal das. Hoffen wir, dass die Falkländer in Zukunft davon verschont bleiben.

Die Hauptstadt Stanley dominieren Häuser mit bunten Wellblechdächern. Es gibt zwei Kirchen, zwei Schulen, eine rote Telefonzelle (!), einen Supermarkt, ein Spital, diverse Souvenierläden und natürlich mehrere Pubs. 2500 Menschen wohnen hier, hübsche Dampfschiff-Enten, kletterfreudige Felsen-Pinguine und dicke Pelzrobben. Ausserdem wächst hier Meer-Kohl und der Ginster blüht grad wie blöd!

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In der kurzen Zeit, die wir hier sind, möchten wir natürlich möglichst viele Spezies kennenlernen. Das gestaltet sich gar nicht so einfach. Die Pelzrobbe z.B. war nicht zu sprechen.

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Auch die Felsenpinguine hatten anderes zu tun. Sollen sie doch bleiben, wo der Meerkohl wächst!

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Felsen-Pinguine

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Felsen-Pinguin

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Meer-Kohl

Die Dampfschiff-Enten erklärten uns hingegen sofort lautstark ihre Lebensweise: Dampfschiff-Enten heissen so, weil sie – nun ja – etwas schwer gebaut sind. Deshalb können sie nur schwimmen und watscheln. Der Grund: Mangels natürlicher Feinde – der einzige Inselfuchs wurde vor Jahrzehnten ausgerottet – verlernten die Enten das Fliegen. Und konnten die eingesparte Energie ins Bodybuilding investieren. Was wir hier sehen, ist ihre tägliche Bodyforming-Lektion.

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Die dritte Bekanntschaft machten wir im Pub: Ein Engländer, der eigentlich in Spanien wohnt und hier auf einem Versorgungsschiff als Koch arbeitet. Ziemlich schräg der Typ! Versorgungsschiffe bringen Wissenschaftler, Vorräte und Material zu Forschungs-Stationen in der antarktischen Eiswüste. Auf solchen, oft stürmischen See-Reisen ist man seeehr lange gar nicht einsam (viele Leute, wenig Platz) inmitten totaler, unbewohnbarer Einsamkeit. Das kann schon etwas merkwürdig machen. Also ein letzter Schluck englisches Bier mit dem komischen Koch und dann heisst es „Leinen los“. Eisberge, wir kommen!

Antarktis-Lektion Nr. 3: Auch am Ende der Welt gibt’s immer ein Pub. Thank goodness!!

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