Eier-Gate im Pinguin-Camp

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Es tut mir leid, ich muss nochmals von Pinguinen und Robben erzählen. Eine Spezies haben wir nämlich noch gar nicht vorgestellt. Den Esel-Pinguin. Er heisst tatsächlich so und ist ein sehr hübsches Kerlchen mit rotem Schnäbelchen und weissen Flecken über den Augen. Seinen Namen verdankt er nicht etwa Eselsohren, sondern seiner verbalen Kommunikation: er schreit wie ein Esel: ia, ia, ia.

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Wir könnten Stunden verbringen inmitten dieser putzigen Viecher und ihnen einfach nur zusehen, wie sie watscheln, robben, hüpfen und dazu kreischen, singen, röhren und auch mal lautstark görpsen und furzen. Öfters geht es rau zu und her. Die männlichen Pelzrobben liefern sich ständig irgendwelche Scharmützel und die Pinguine verpassen einem Stalker, der es auf ihre Frau abgesehen hat, auch mal eine kräftige Ohrfeige.

Pinguine brüten ihre Eier auf den Füssen oder unterm Bauch aus und je nach Art, wechseln sich Weibchen und Männchen ab. Einer geht fressen, der andere hält die Eier warm und schützt sie vor räuberischen Skua-Vögeln.

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Die Pinguine wehren einen Skua-Angriff erfolgreich ab

Es gibt übrigens auch schwule Pinguine. Manche hätten auch gerne Kinder. Und weil das Ding mit der Leihmutterschaft, Ei- und Samenspende noch nicht bis in die Antarktis vorgedrungen ist, schrecken sie nicht davor zurück, einer werdenden Mama das Ei zu klauen. Das brüten die beiden Männchen dann gemeinsam aus. Genauso kidnappen weibliche, kinderlose Pinguinfrauen das Jungtier einer Nachbarin. Und dabei gehen sie gar nicht zimperlich vor! Manchmal stürzen sich gleich mehrere Single-Frauen auf ein hilfloses Jungtier und erdrücken es schon mal in ihrem unerfüllten Mutter-Wunsch-Rausch. Pinguine sind halt auch nur Menschen, wie unser Pinguin-Experte lakonisch meinte. Oder sollte man nicht eher sagen: Menschen sind manchmal auch nur Pinguine??

Pinguine brüten gerne auf Felsen. Die Felskämme sind im arktischen Sommer schneller schneefrei und die Zeit drängt. Der Sommer ist kurz, die Brut muss rasch flügge werden. Da es kaum Vegetation gibt, bauen Pinguine ihre Nester aus Steinen. Diese klauen sie ebenfalls oft beim Nachbar, wenn der grad nicht aufpasst. Geht schneller und verbraucht kaum Energie.

Tagesbeschäftigung Nr. 1: Nachbars Steine klauen fürs eigene Nest 

Oft ist der Weg vom Nest zum Meer steil und lang. Die Tiere hüpfen den Schneepfad mehrmals täglich hoch, was unglaublich viel Energie verbraucht. Um sich zu kühlen, stellen sie ihre Flügel raus und heben die Füsschen an (s. Blog Antarktis-Yoga, Übung Kamel)

Runter zum Meer geht es dann allerdings ganz schnell: bäuchlings auf einer Schnee-Rutschbahn. Wir liessen es uns nicht nehmen, den Rückweg ebenfalls auf Pinguin-Art anzutreten: Auf dem Füdli diretissima zum Meer. Und geschrien haben wir ebenfalls wie Esel-Pinguine: ja, ja, ja!!!!

Antarktis-Lektion Nr. 12: Pinguine sind auch nur Menschen

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