Tierischer Abschluss

Jetzt haben sich die Alten doch schon verabschiedet, ohne uns zu erwähnen! Geht gar nicht! Hier also noch ein bye, bye von uns: Alles Gute und schaut doch auch mal in Kalifornien vorbei. Wir führen Euch an Orte, von denen Ihr nicht mal wisst, dass sie existieren!

American way of life

Airbnb ist eine wirklich tolle Erfindung. Wir haben zwischendurch auch mal in Hotels genächtigt, doch zahlt man hier in Californien, speziell an Weekends im Sept/Okt, für ziemlich heruntergekommene Logen satte 185 Dollar pro Nacht! Die Häuser, die wir über airbnb gefunden haben, sind zwar auch nicht ganz günstig aber viel grösser, komfortabler und ruhig gelegen. Ausserdem konnten wir sie problemlos kurzfristig für wenige Tage buchen. Es gibt alles – vom einfachen Zimmer bis zur Luxusvilla. Lediglich eine Frage des Budgets und des Geschmacks. Wir können Euch airbnb nur wärmstens zur Nachahmung empfehlen!

Airbnb (7 von 1)

airbnb ist super!

Airbnb (6 von 1)

8-flammiger Gasherd: Wenn er doch nur funktionieren würde!

Wie üblich in Amerika ist alles ein bisschen grosszügiger ausgestattet als in der Schweiz. Und bis man alle Lichtschalter gefunden hat, erfüllt man die von iWatch vorgeschriebenen Tages-Schritte problemlos. Auch funktioniert nicht immer alles auf Anhieb. Da muss der Koch schon mal als Mechaniker ran.

Airbnb (2 von 7)

Die Häuser sind teilweise so schön, dass man in Versuchung gerät, eines zu kaufen. Wir schauen uns deshalb ab und zu die Verkaufs-Inserate in den Schaufenstern an. Pro Gebiet gibt es je eine Kolonne von Häuserangeboten. Zuoberst sind die teuersten Villen aufgeführt, nach unten wird’s günstiger. Und ganz unten findet sich stets das Foto eines Hundes. Den bekommt man umsonst! Entweder ist da werbemässig jemand total auf den Hund gekommen oder es ist eine geniale Idee, Findelhunde an den Mann, bzw. die Frau zu bringen. Trautes Heim – oder Hund allein!

Wenn man in Häusern wohnt, muss man ja auch einkaufen. Die Farmer Markets sind dafür eine sehr gute Adresse. Das Bio-Angebot wunderschön präsentiert, frisch und verführerisch. Noch nie habe ich in einem Supermarkt solch schöne Gemüsestände gesehen!

Ein bisschen irritierend fanden wir das riesige Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln.

Airbnb (4 von 7)

Nahrungsergänzungsmittel à gogo

Kiloweise kann man hier Vitamine, Minerale, Eiweisse etc. erstehen. Wir entschlossen uns, einen Selbstversuch zu wagen. Wie Beat aussieht, wisst Ihr ja noch. Nach drei Wochen USA hat er sich allerdings ein bisschen verändert…

Airbnb (10 von 1)

Im Garten Eden

Palm Springs blieb bis 1823 von den weissen Pionieren unentdeckt. Erst die Eisenbahn, welche den Mississippi mit dem Pazifik verbinden sollte, brachte Siedler in diesen abgelegenen Wüstenort. Die Cahuilla Indianer hingegen lebten schon seit mehr als tausend Jahren an den heissen Quellen und Flussufern der Indian Canyons. Die Weissen wollten ihnen die Canyons für läppische 20’000 Dollars abkaufen, sicherten diese doch den Zugang zum Wasser. Natürlich bediente man sich daran, ohne die Indianer zu fragen. Erst 1944 erhielten sie vom obersten US-Gericht 32’000 Acker Land zugesprochen. Land, das ihnen eigentlich bereits gehörte…

Längst wohnen die Cahuillas nicht mehr in den Indian Canyons. Sie betreiben, wie vielerorts in den USA, die Casinos. Die verwunschene, paradiesische Oase von Indian Canyons ist jedoch glücklicherweise nie besiedelt worden und ist heute ein Natur-Park, der allen zugänglich ist.

Wie aus dem Nichts tauchen in der Wüste plötzlich Palmen auf. Flüsschen gurgeln durch die Canyons, Palmen wehen im Wind und an gewissen Stellen blubbern heisse Quellen aus dem Boden.

Ausser riesigen Palmen wachsen hier auch unterschiedlichste Kakteenarten und für die Hummingbirds hat man Tränken aufgestellt. Ein Vergnügen, den winzigen Vögeln beim Trinken zuzusehen!

Man kann in den Canyons wandern, reiten oder einfach ans Flussufer sitzen und sich an diesem Paradies erfreuen.

Andreas Canyon, Indian Canyons, Palm Springs

Meditation am Andreas Canyon

Selten habe ich so stark gespürt, wie wertvoll Wasser ist, wie verschwenderisch wir damit umgehen und wie schnell es – und damit jedes Leben –  versiegen kann.

Living like the Stars

Nun schaffen wir es vermutlich doch noch in den „Walk of Stars“ in Palm Springs: Man hat uns eine Rolle im „Third Best Marigold Hotel“ angeboten! Die Dreharbeiten beginnen in einer Woche in Hollywood und in der Zwischenzeit sind wir standesgemäss im Haus von Howard Hughes  untergebracht. Falls Euch das grad nix sagt: Howard Hughes (1905 – 1976) war Pilot, Filmproduzent, Investor, Exzentriker und einer der reichsten Männer der Welt. Sein Leben wurde 2004 im Film „Aviator“ mit Leonardo di Caprio in der Hauptrolle verfilmt.

Howard Hughes Mini Estate, Palm Springs

Howard Hughes Mini Estate

Howard Hughes hatte mit vielen berühmten Frauen Liebschaften. Unter anderen mit Bette Davis, Ava Gardner, Ginger Rogers und der Mutter von Mister „No-Name“, dem aktuellen Besitzer dieses traumhaft schönen Hauses. Mister „No-Name“ hat einen hervorragenden Geschmack: Bei der Renovation des Hauses (2014) hat er Vieles aus den 50er Jahren erhalten – wunderschön! Trotz intensivster Recherchen konnten wir Mister No-Name nicht enttarnen. Zitat eines Tour Operators: „Oh you know, this people are rich, but not famous“.

Die Inventarliste der wunderschönen Villa aus den 50er-Jahren erstreckt sich auf drei A4-Seiten. Darin sind auch so interessante Sachen wie eine Herdplatte im Badezimmer (??), Einschusslöcher im Fenster des Wohnzimmers (???) oder eine „large game collection in living room“ aufgelistet. Die „Game Collection“ stellte sich glücklicherweise nicht als Herde wilder Hirsche heraus, sondern als einfaches „Monopoly-Spiel“. Aha, das ist also die Anleitung zum unermesslichen Reichtum! Garantiert echt und auch ein bisschen gruselig sind die Einschusslöcher im Fenster des Wohnzimmers!

Howard Hughes Mini Estate, Palm Springs

Einschussloch im Wohnzimmerfenster – wie im Wildwestfilm

Selbstverständlich gehört auch ein Pool zur Villa.  Und wenn man da so rumliegt, an einem eisgekühlten Grapefruitsaft nippt und in die Palmen guckt, kommt man schon auf komische Gedanken. Einer meint: „Von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, ist eine sehr häufige Todesursache“. Jemand ergänzt: „Du liegst ja gar nicht unter eine Palme.“ Dritte Person: „Es hat ja gar keine Kokosnüsse in den Palmen“. Vierte Person: „Es sind ja auch Dattelpalmen…“ Nun wir geben das Hirn jetzt erst mal im „walking-in closet“ (begehbarer Schrank) ab und lassen uns treiben…

Howard Hughes Mini-Estate kann man übrigens ganz einfach auf airbnb mieten!

Abendstimmung über dem Pool

Abendstimmung über dem Pool

Faule Führer und „Natural Peeling“

Robben (11 von 11)

Guten Morgen, gähn! Ich bin – uahhh – der neue Reiseführer – gähn. Leider komme ich auf dem Land nur sehr beschwerlich voran. Aber wieso muss man auch immer rumhaspeln? Ich finde, es reicht vollkommen, faul am Strand zu liegen, hie und da ins Wasser zu robben und ein bisschen zu schmusen. Zwischendurch mache ich mir ein „natural peeling“ (mit der Flosse Sand auf den Rücken werfen – klappt auch bei Menschen mit Sonnencreme problemlos!).

Robben (9 von 11)

See-Elefanten und See-Löwen bei Piedra Blancas, San Simeon

Robben (8 von 11)

Gelegentlich sorgen die Möwen für ein lustiges Intermezzo. Die nervösen Viecher gehen mir nämlich tierisch auf den Keks. Dieses rastlose Rumgefliege macht mich total fertig! Doch ab und zu werden sie von der Brandung erwischt – ach, ist das ein Spass!

Nun muss ich aber leider wieder ein Nickerchen machen. Hab mich schon ein bisschen überarbeitet. Sollen die Schweizer doch reisen, wohin sie wollen. Ich bleib auf jeden Fall hier. Und wenn denen meine Aussicht nicht passt – so sorry!

Robben (10 von 11)

Es passt!

Big Sur, Big Views, Big Feelings

Big Sur gilt zu Recht als eine der schönsten Küsten der Welt. Der berühmte Highway No 1 schlängelt sich kurvenreich immer in Küstennähe Richtung Los Angeles. (Besser von Norden nach Süden fahren – dann hat man nicht den Gegenverkehr zwischen sich und dem Meer).  Die Ausblicke sind atemberaubend schön und wer sich hier nicht Zeit nimmt, ist selber schuld!

Bixby Bridge in Big Sur

Die 218 Meter lange Bixby Bridge in Big Sur

Es beginnt in Monterey mit dem „Seventeen Mile Drive“, der dem Meer entlang zum berühmten Golfplatz „Pebble Beach“ führt. Auch Nichtgolfer kommen auf ihre Rechnung: Der Zugang zum Meer ist öffentlich und man findet sogar einen Parkplatz!

Beim Weiler „Big Sur“ wird es grüner. Ein lieblicher Fluss schlängelt sich durch duftende Eukalyptuswälder. Das Restaurant hinter der Tankstelle stellt für seine Gäste die Bänke und Tischchen direkt ins Wassser – eine herrlich erfrischende Angelegenheit!

Ein paar Meilen weiter wartet ein anderes Juwel auf Gäste. Das Haus gehörte 1947 einer Familie mit fünf Kindern, die jedoch fanden, die spektaktuläre Lage sei zu schön, um sie für sich alleine zu geniessen. So entstand das Restaurant „Nepenthe“ und nun dürfen sich hier täglich Hunderte von Reisenden an der traumhaften Aussicht ergötzen.

„Nepenthe“ in Big Sur

„Nepenthe“ in Big Sur – viel schöner kann man nicht tafeln!

Wenn man mit einem Glas kühlen Chardonnay in der Hand aufs Meer hinausblickt, versteht man die Bedeutung von „Nepenthe“ von den Haarwurzeln bis in die Zehenspitzen: „no sorrow“ – keine Sorgen. Prost!

Artischockenkönigin und Ölsardinen

Nach Pinienduft und Kojotengeheul (ja, ich habe tatsächlich einen gesehen, aber er war schneller als meine Kamera…) geht’s jetzt wieder Richtung Küste. Dabei traversieren wir das Central und das Salina Valley. Die beiden Täler gelten als Kornkammer und Salatschüssel Kaliforniens. In dieser 450 Meilen langen und im Schnitt 50 Meilen breiten Ebene wächst alles, was das Herz begehrt: Mandeln, Reben, Orangen, Pistazien, Aprikosen, Pfirsiche, Getreide und jede nur erdenkliche Gemüsesorte. Es gibt hier eine Knoblauch-Stadt (Gilroy) und eine Artischocken-Stadt (Castroville). Hier wurde 1948 ein gewisse Norma Jeane Mortenson zur Artischocken-Königin gewählt. Sie machte später als Marylin Monroe Karriere. Man sieht – alles beginnt beim Essen. Wir kaufen also flugs frische Erdbeeren, die wirklich nach Erdbeeren schmecken und halten intensiv nach möglichen Talent-Schmökern Ausschau. Leider nein…

Monterey (7 von 1)

Erdbeeren aus dem Central Valley

Monterey (6 von 1)

Bunte Kartoffeln für jedes Auge und jeden Geschmack

Die Kehrseite dieses grünen Paradieses ist, dass alles bewässert werden muss. Seit 8 Jahren herrscht in Kalifornien eine grosse Dürre und wenn es nicht bald regnet, ist das Grundwasser des Central Valley im nächsten Jahr (!) erschöpft. Zudem senkt sich das Tal wegen der Ausbeutung des Grundwassers jedes Jahr um mehrere Zentimeter, sodass sich die Wasserspeicher selbst bei Regen nicht mehr füllen könnten. Keine gute Prognose.

Monterey (5 von 1)

San Luis Reservoir – nur noch zu 1/3 voll

Monterey (8 von 6)

Um den düsteren Gedanken zu entkommen, fahren wir ins Küstenstädtchen Monterey. Hier schrieb John Steinbeck 1946 seinen berühmten Roman „Die Strasse der Ölsardinen“. Die riesigen Sardinen-Konservenfabriken der 30er Jahre sind natürlich längst verschwunden und machten in der Cannery Row mehrheitlich Restaurants, Sweet-Shops und Souvenirläden Platz. Doch ein Nachtessen mit Blick auf die Bucht von Monterey ist auch heutzutage noch wunderschön.

Monterey (2 von 2)

Die letzte Ölsardinenfabrik ist ein Museum

Monterey (1 von 2)

Cannery Row in Monterey bei Nacht

Erdhörnchen, Kojoten und kitschiger Sonnenuntergang

Yosemite Nationalpark

Hello, I am Quirl

Sorry, Leute, hat ein bisschen gedauert, bis Kollege Möwe mich erreicht hat. Hier gibt’s nämlich weder Internet noch Handyempfang. Also, ich heisse „Quirl“ und bin hier im Yosemite Nationalpark der neue Fremdenführer der Schweizer. Weiss zwar echt nicht, was die hier auf 1800 Höhenmetern wollen. Die haben doch daheim genug Berge! Aber jä nu, man muss nicht alles verstehen.

Vielleicht liegt es ja am Haus „Coyote Creek“. Oder dem unvergleichlichen Pinienduft hier im Wald. Kann ich ja verstehen – ich ernähre mich schliesslich von deren Zapfen. Hab mal ein schönes Exemplar zum Empfang auf die Treppe gestellt.

Yosemite (5 von 13)

Yosemite (3 von 13)

Ha, es gefällt ihnen! Aber zuerst müssen wir jetzt mal einkaufen gehen. Hier in der Wildnis gibt’s ja keine Restaurants. Ich empfehle den Dorfladen in Wawona. Da kriegt man alles. Und das Ambiente ist wirklich einmalig!

Yosemite (8 von 13)

Kaffee aus Mariposa, Yosemite Valley, Wawona

Der Kaffee stammt aus der Gegend, das Hafer für die Mädels auch (Oatmeal fürs Frühstück). So, jetzt können wir mal auf der Terrasse entspannen!

Yosemite Nationalpark,

Yosemite Nationalpark, Coyote Creek , California

Coyote Creek House im Yosemite Nationalpark

Das Haus gibt’s übrigens auf airbnb. Sind echt modern, diese alten Leutchen.  Wohnen in airbnb-Häusern und düsen mit Uber-Taxis durch die Städte. Letzteres gibt’s hier allerdings nicht, wir gehen noch ganz altmodisch zu Fuss. Für den Anfang machen wir mal eine entspannte Wanderung von Yosemite Valley zum „Mirror Lake“ (hin und zurück ca. 2 Stunden). Muss denen ja nicht verraten, dass im Spiegelsee kein Wasser mehr ist. Und sich da leider nix mehr spiegelt. Die hätten ja auch im Frühling kommen können, wenn die Schneeschmelze für Wasser sorgt. Aber mich fragt ja keiner!

Mirror Lake, Yosemite Valley

Mirror Lake ohne Mirror

Also, ich muss sagen, die Schweizer sind ganz ordentlich marschiert. Dann können wir zum Sonnenuntergang doch mal den „Half Dome“ in Angriff nehmen. Dieser Berg thront über dem Yosemite Valley und schaut seit Jahrtausenden seinen Kollegen „El Capitan“ an.

Half Dome, Yosemite Valley, California

Half Dome bei Sonnenuntergang

Na, sieht doch ganz prächtig aus, oder? Also, meine Lieben, ich geh jetzt mal mit den Kojoten heulen. Die Schweizer liegen nämlich grad flach auf der Terrasse und zählen Sternschnuppen…

Yosemite (1 von 13)

PS: Wir sind natürlich nicht zu Fuss auf den Half Dome…

PS von Beat: Für Apfel-Jünger wie mich, die OSX – El Capitan  am Erscheinungstag bereits um 0.01 Uhr installiert haben,  ist es natürlich selbstverständlich. Diese Berge muss man im Abendlicht gesehen haben; so wie in der Werbung eben. Aber ehrlich gesagt: Die Sonne auf dem Half Dome ist fast noch schöner als auf dem El Capitan…

(gäll Lilo)

El Capitan mit Half Dome im Hintergrund

El Capitan mit Half Dome im Hintergrund – © Apple Computer

Tierischer Fremdenführer

Guten Morgen, liebe Schweizer! Was macht ihr hier? Ach, ihr wollt euch wie tausend Andere durch den samstäglichen Markt am Ferry Building fressen. Das ist aber mein Pier! Und wenn ich nichts von euren Zimtstangen, Croissants, Plundern und Pains au Chocolat bekomme, lass ich evtl. aus Versehen etwas auf euer Frühstück fallen. Also – her mit den Gipfeli!

Möwe Jonathan

Möwe Jonathan

Yummi, das war jetzt echt lecker. Soll ich Euch ein bisschen meine schöne Stadt zeigen? Twin Peaks wäre z.B ein guter Aussichtspunkt. Okay, Buddys? Wir sehen uns in einer Stunde! (Möwe zieht ab, wir schnüren die Wanderschuhe).

Aussicht von einem der beiden Twin Peaks

Aussicht von einem der beiden Twin Peaks

Nicht zu viel versprochen, oder? Aber wie seht ihr denn aus? So verschwitzt und abgekämpft wegen der paar Höhenmeter? (277 MüM, ca. 200 Stufen…) Also mir gefällt es hier oben! Kann ich die blöden Krähen ärgern und mich vom Wind davontragen lassen. Wohin wollt ihr jetzt? Zu den Seelöwen? Okay, ist mir recht, da gibt’s immer mal wieder guten Fisch.

Seelöwen am Pier 39

Seelöwen am Pier 39

Irgendwie komische Viecher, finde ich. So gross, so plump. Und so laut! Aber Euch Menschen gefällt es halt, wenn die sich gegenseitig ins Wasser schubsen und dann genau da wieder auf den Steg wollen, wo schon alle liegen. Das gibt jedes Mal mega „Lämpen“, sag ich euch! Und jetzt? Hunger? Aha. Also, ich würde wahnsinnig gern mal ins „Slanted Door“ im Ferry Market Building gehen! Aber die lassen mich da nicht rein. Vielleicht könnt ihr da was machen? So als Gegenleistung für meine Stadtführung? Ich liebe vietnamesischen Sea Food – den bekomme ich hier ja auch nicht alle Tage. (Danke Mike, für den Super-Tipp!).

San Francisco Sightseeing (9 von 3)

Ah, so ist’s gut! Fliegt sich bedeutend besser mit ein paar Kalorien im Magen. War wirklich ein köstliches Mahl, danke guys. Und wohin jetzt? Zum Ocean Beach?  No problem. Folgt mir! (Möwe fliegt davon, wir nehmen UBER-Taxi).

San Francisco Sightseeing (1 von 7)

Tia, so ist das halt in San Francisco. Strahlender Sonnenschein und dann – von einer Minute zur andern – liegt alles im Nebel. Sieht aber trotzdem ganz cool aus, oder? Ich jedenfalls liebe diesen zauberhaften Strand! Und jetzt mach ich mit euch eine Wette: Zum Abschluss wollt ihr sicher noch die Brücke sehen. Ja, ja ich weiss die goldene Brücke. Obwohl, das Ding ja orange ist. Aber das muss man ja als Möwe nicht verstehen.

Die berühmte Golden Gate Bridge

Die berühmte Golden Gate Bridge

Seid ihr jetzt zufrieden? Und wusstet ihr, dass 24 schwindelfreie Maler jede Woche hier 1000 Gallonen (= 3700 Liter) orange Farbe Kaufpinseln? Hat mir zumindest einer erzählt…

San Francisco Sightseeing (11 von 1)

So, meine Lieben. Führ den Rückweg könnt ihr die Fähre nehmen. Ich mach jetzt mal die Fliege! Tschüss!

San Francisco Sightseeing (4 von 7)

Heisse Quellen und geklaute Sonnen

Als Teenager hat Beat ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Sun Valley“ erhalten. Er trug es, bis es ihm vom Leibe fiel. Und schwor: „Eines Tages will ich Sun Valley sehen.“ Und da sind wir nun!

Sun Valley Inn

Sun Valley Inn

Denn Idaho besteht nicht nur aus Wüste, sondern auch aus Bergen. Vor 80 Jahren entstand in Sun Valley das erste Ski-Ressort der USA. Mister Averell Harriman, Vorsitzender der Union Pacific Railroad, engagierte den Österreicher Felix Schaffgotsch, um einen Ort zu suchen, der einem europäischen Skigebiet am besten entsprach. Der Österreicher besuchte viel Orte im Yosemite Park, den San Bernardino und Rocky Mountains. Doch keines der Gebiete vermochte ihn zu überzeugen. Bis er im Dorf Ketchum landete und wusste: Das ist es! 1936 wurde das Ressort eröffnet, der arme Österreicher hingegen kehrte nach Hause zurück und starb im 2. Weltkrieg.

Sun Valley (8 von 3)

Lange galt „Sun Valley“ als das St. Moritz der USA, Promis wie Bruce Willis, Tom Hanks oder Demi Moore gaben sich die Türklinke in die Hand. Die stiegen dann in der berühmten Sun Valley Lodge ab, vor der auch im Sommer als Attraktion kleine Mädchen ihre Pirouetten drehen.

Sun Valley (7 von 7)

Schlittschuh-Lektion vor der Sun Valley Lodge

Wir checkten im Sun Valley Inn ein. Es wurde schliesslich nach Schweizer Vorbild erbaut und ist nicht so sauteuer wie die Lodge. Statt Geranien wachsen hier allerdings Bougainvilleas, obwohl das Ressort auf 1800 Metern liegt! Heute ist es fast 25 Grad warm, ich öffne das Fenster und traue meinen Ohren nicht. Vom Glockentürmchen ertönt: „Fräulein, händ sie mis Hündli gsee?“ Um 21 Uhr folgen dann noch Simon & Garfunkel mit „Sounds of Silence“.  Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Gönd jetzt is Näscht!

Sun Valley

Aussicht vom Sun Valley Inn

Als Erstes kaufen wir natürlich für Beat ein neues T-Shirt. Und fanden heraus, warum er dieses Leibchen überhaupt bekommen hatte: Die Amis hatten als Logo für Sun Valley die St. Moritzer Sonne geklaut! Geht gar nicht!

Sun Valley (10 von 1)

Klauten die St. Moritzer Sonne für Sun Valley!

Als Zweites steigen wir in die Hot-Pools. Schliesslich soll man die Tipps der Einheimischen befolgen. Wir holpern also mit unserem Toyota auf einer Kiesstrasse kilometerlang durch einsame Wälder – nur um die Hot-Pools schon von zwei Typen (natürlich Camper!) besetzt vorzufinden. Ein Pool ist aber noch zu haben. Also nix wie rein ins warme Schwefelbad, schliesslich ist es hier im Wald nur 17 Grad. Doch wir hüpfen wie die Kängurus sofort wieder aus dem süttig heissen Wasser. Gefühlte 45 Grad! Doch man gewöhnt sich daran und sie überall in Amerika kommt man sofort ins Gespräch. Der ältere Camper ist ein pensionierter Coiffeur. Er hat alles verkauft und zieht nun mit seiner Frau, einen Wohn-Bus, an dem ein Auto und ein Töff hängen durch Amerika. Der andere Camper ist jung und schon krebsrot vom Schwefelwasser. Er schläft im Zelt und möchte glaub seine Ruhe haben. Doch der Coiffeur redet wie ein Wasserfall; vermutlich vermisst er doch ein wenig das Gespräch mit seinen Kunden… Wir finden das alles sehr amüsant, erfährt man doch so immer viel Interessantes. Halbgesotten aber zufrieden verlassen wir das Spektakel wieder. Lot’s of fun!

Sun Valley (1 von 7)

Hot Pool im Sun Valley

Sun Valley (2 von 7)

Als Drittes besteigen wir „Baldy“, den berühmten Skiberg des Ortes. Die Bähnli haben nämlich geschlossen – Zwischensaison.

So sind wir denn nicht nur auf dem Berg, sondern auch im Restaurant die einzigen Gäste. Aber das stört uns nicht im geringsten. Drei Personen im Service für zwei Gäste – wir fühlen uns wie Bruce Willis und Demi Moore!