Tierischer Abschluss

Jetzt haben sich die Alten doch schon verabschiedet, ohne uns zu erwähnen! Geht gar nicht! Hier also noch ein bye, bye von uns: Alles Gute und schaut doch auch mal in Kalifornien vorbei. Wir führen Euch an Orte, von denen Ihr nicht mal wisst, dass sie existieren!

American way of life

Airbnb ist eine wirklich tolle Erfindung. Wir haben zwischendurch auch mal in Hotels genächtigt, doch zahlt man hier in Californien, speziell an Weekends im Sept/Okt, für ziemlich heruntergekommene Logen satte 185 Dollar pro Nacht! Die Häuser, die wir über airbnb gefunden haben, sind zwar auch nicht ganz günstig aber viel grösser, komfortabler und ruhig gelegen. Ausserdem konnten wir sie problemlos kurzfristig für wenige Tage buchen. Es gibt alles – vom einfachen Zimmer bis zur Luxusvilla. Lediglich eine Frage des Budgets und des Geschmacks. Wir können Euch airbnb nur wärmstens zur Nachahmung empfehlen!

Airbnb (7 von 1)

airbnb ist super!

Airbnb (6 von 1)

8-flammiger Gasherd: Wenn er doch nur funktionieren würde!

Wie üblich in Amerika ist alles ein bisschen grosszügiger ausgestattet als in der Schweiz. Und bis man alle Lichtschalter gefunden hat, erfüllt man die von iWatch vorgeschriebenen Tages-Schritte problemlos. Auch funktioniert nicht immer alles auf Anhieb. Da muss der Koch schon mal als Mechaniker ran.

Airbnb (2 von 7)

Die Häuser sind teilweise so schön, dass man in Versuchung gerät, eines zu kaufen. Wir schauen uns deshalb ab und zu die Verkaufs-Inserate in den Schaufenstern an. Pro Gebiet gibt es je eine Kolonne von Häuserangeboten. Zuoberst sind die teuersten Villen aufgeführt, nach unten wird’s günstiger. Und ganz unten findet sich stets das Foto eines Hundes. Den bekommt man umsonst! Entweder ist da werbemässig jemand total auf den Hund gekommen oder es ist eine geniale Idee, Findelhunde an den Mann, bzw. die Frau zu bringen. Trautes Heim – oder Hund allein!

Wenn man in Häusern wohnt, muss man ja auch einkaufen. Die Farmer Markets sind dafür eine sehr gute Adresse. Das Bio-Angebot wunderschön präsentiert, frisch und verführerisch. Noch nie habe ich in einem Supermarkt solch schöne Gemüsestände gesehen!

Ein bisschen irritierend fanden wir das riesige Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln.

Airbnb (4 von 7)

Nahrungsergänzungsmittel à gogo

Kiloweise kann man hier Vitamine, Minerale, Eiweisse etc. erstehen. Wir entschlossen uns, einen Selbstversuch zu wagen. Wie Beat aussieht, wisst Ihr ja noch. Nach drei Wochen USA hat er sich allerdings ein bisschen verändert…

Airbnb (10 von 1)

Im Garten Eden

Palm Springs blieb bis 1823 von den weissen Pionieren unentdeckt. Erst die Eisenbahn, welche den Mississippi mit dem Pazifik verbinden sollte, brachte Siedler in diesen abgelegenen Wüstenort. Die Cahuilla Indianer hingegen lebten schon seit mehr als tausend Jahren an den heissen Quellen und Flussufern der Indian Canyons. Die Weissen wollten ihnen die Canyons für läppische 20’000 Dollars abkaufen, sicherten diese doch den Zugang zum Wasser. Natürlich bediente man sich daran, ohne die Indianer zu fragen. Erst 1944 erhielten sie vom obersten US-Gericht 32’000 Acker Land zugesprochen. Land, das ihnen eigentlich bereits gehörte…

Längst wohnen die Cahuillas nicht mehr in den Indian Canyons. Sie betreiben, wie vielerorts in den USA, die Casinos. Die verwunschene, paradiesische Oase von Indian Canyons ist jedoch glücklicherweise nie besiedelt worden und ist heute ein Natur-Park, der allen zugänglich ist.

Wie aus dem Nichts tauchen in der Wüste plötzlich Palmen auf. Flüsschen gurgeln durch die Canyons, Palmen wehen im Wind und an gewissen Stellen blubbern heisse Quellen aus dem Boden.

Ausser riesigen Palmen wachsen hier auch unterschiedlichste Kakteenarten und für die Hummingbirds hat man Tränken aufgestellt. Ein Vergnügen, den winzigen Vögeln beim Trinken zuzusehen!

Man kann in den Canyons wandern, reiten oder einfach ans Flussufer sitzen und sich an diesem Paradies erfreuen.

Andreas Canyon, Indian Canyons, Palm Springs

Meditation am Andreas Canyon

Selten habe ich so stark gespürt, wie wertvoll Wasser ist, wie verschwenderisch wir damit umgehen und wie schnell es – und damit jedes Leben –  versiegen kann.

Living like the Stars

Nun schaffen wir es vermutlich doch noch in den „Walk of Stars“ in Palm Springs: Man hat uns eine Rolle im „Third Best Marigold Hotel“ angeboten! Die Dreharbeiten beginnen in einer Woche in Hollywood und in der Zwischenzeit sind wir standesgemäss im Haus von Howard Hughes  untergebracht. Falls Euch das grad nix sagt: Howard Hughes (1905 – 1976) war Pilot, Filmproduzent, Investor, Exzentriker und einer der reichsten Männer der Welt. Sein Leben wurde 2004 im Film „Aviator“ mit Leonardo di Caprio in der Hauptrolle verfilmt.

Howard Hughes Mini Estate, Palm Springs

Howard Hughes Mini Estate

Howard Hughes hatte mit vielen berühmten Frauen Liebschaften. Unter anderen mit Bette Davis, Ava Gardner, Ginger Rogers und der Mutter von Mister „No-Name“, dem aktuellen Besitzer dieses traumhaft schönen Hauses. Mister „No-Name“ hat einen hervorragenden Geschmack: Bei der Renovation des Hauses (2014) hat er Vieles aus den 50er Jahren erhalten – wunderschön! Trotz intensivster Recherchen konnten wir Mister No-Name nicht enttarnen. Zitat eines Tour Operators: „Oh you know, this people are rich, but not famous“.

Die Inventarliste der wunderschönen Villa aus den 50er-Jahren erstreckt sich auf drei A4-Seiten. Darin sind auch so interessante Sachen wie eine Herdplatte im Badezimmer (??), Einschusslöcher im Fenster des Wohnzimmers (???) oder eine „large game collection in living room“ aufgelistet. Die „Game Collection“ stellte sich glücklicherweise nicht als Herde wilder Hirsche heraus, sondern als einfaches „Monopoly-Spiel“. Aha, das ist also die Anleitung zum unermesslichen Reichtum! Garantiert echt und auch ein bisschen gruselig sind die Einschusslöcher im Fenster des Wohnzimmers!

Howard Hughes Mini Estate, Palm Springs

Einschussloch im Wohnzimmerfenster – wie im Wildwestfilm

Selbstverständlich gehört auch ein Pool zur Villa.  Und wenn man da so rumliegt, an einem eisgekühlten Grapefruitsaft nippt und in die Palmen guckt, kommt man schon auf komische Gedanken. Einer meint: „Von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, ist eine sehr häufige Todesursache“. Jemand ergänzt: „Du liegst ja gar nicht unter eine Palme.“ Dritte Person: „Es hat ja gar keine Kokosnüsse in den Palmen“. Vierte Person: „Es sind ja auch Dattelpalmen…“ Nun wir geben das Hirn jetzt erst mal im „walking-in closet“ (begehbarer Schrank) ab und lassen uns treiben…

Howard Hughes Mini-Estate kann man übrigens ganz einfach auf airbnb mieten!

Abendstimmung über dem Pool

Abendstimmung über dem Pool

Big Sur, Big Views, Big Feelings

Big Sur gilt zu Recht als eine der schönsten Küsten der Welt. Der berühmte Highway No 1 schlängelt sich kurvenreich immer in Küstennähe Richtung Los Angeles. (Besser von Norden nach Süden fahren – dann hat man nicht den Gegenverkehr zwischen sich und dem Meer).  Die Ausblicke sind atemberaubend schön und wer sich hier nicht Zeit nimmt, ist selber schuld!

Bixby Bridge in Big Sur

Die 218 Meter lange Bixby Bridge in Big Sur

Es beginnt in Monterey mit dem „Seventeen Mile Drive“, der dem Meer entlang zum berühmten Golfplatz „Pebble Beach“ führt. Auch Nichtgolfer kommen auf ihre Rechnung: Der Zugang zum Meer ist öffentlich und man findet sogar einen Parkplatz!

Beim Weiler „Big Sur“ wird es grüner. Ein lieblicher Fluss schlängelt sich durch duftende Eukalyptuswälder. Das Restaurant hinter der Tankstelle stellt für seine Gäste die Bänke und Tischchen direkt ins Wassser – eine herrlich erfrischende Angelegenheit!

Ein paar Meilen weiter wartet ein anderes Juwel auf Gäste. Das Haus gehörte 1947 einer Familie mit fünf Kindern, die jedoch fanden, die spektaktuläre Lage sei zu schön, um sie für sich alleine zu geniessen. So entstand das Restaurant „Nepenthe“ und nun dürfen sich hier täglich Hunderte von Reisenden an der traumhaften Aussicht ergötzen.

„Nepenthe“ in Big Sur

„Nepenthe“ in Big Sur – viel schöner kann man nicht tafeln!

Wenn man mit einem Glas kühlen Chardonnay in der Hand aufs Meer hinausblickt, versteht man die Bedeutung von „Nepenthe“ von den Haarwurzeln bis in die Zehenspitzen: „no sorrow“ – keine Sorgen. Prost!

Artischockenkönigin und Ölsardinen

Nach Pinienduft und Kojotengeheul (ja, ich habe tatsächlich einen gesehen, aber er war schneller als meine Kamera…) geht’s jetzt wieder Richtung Küste. Dabei traversieren wir das Central und das Salina Valley. Die beiden Täler gelten als Kornkammer und Salatschüssel Kaliforniens. In dieser 450 Meilen langen und im Schnitt 50 Meilen breiten Ebene wächst alles, was das Herz begehrt: Mandeln, Reben, Orangen, Pistazien, Aprikosen, Pfirsiche, Getreide und jede nur erdenkliche Gemüsesorte. Es gibt hier eine Knoblauch-Stadt (Gilroy) und eine Artischocken-Stadt (Castroville). Hier wurde 1948 ein gewisse Norma Jeane Mortenson zur Artischocken-Königin gewählt. Sie machte später als Marylin Monroe Karriere. Man sieht – alles beginnt beim Essen. Wir kaufen also flugs frische Erdbeeren, die wirklich nach Erdbeeren schmecken und halten intensiv nach möglichen Talent-Schmökern Ausschau. Leider nein…

Monterey (7 von 1)

Erdbeeren aus dem Central Valley

Monterey (6 von 1)

Bunte Kartoffeln für jedes Auge und jeden Geschmack

Die Kehrseite dieses grünen Paradieses ist, dass alles bewässert werden muss. Seit 8 Jahren herrscht in Kalifornien eine grosse Dürre und wenn es nicht bald regnet, ist das Grundwasser des Central Valley im nächsten Jahr (!) erschöpft. Zudem senkt sich das Tal wegen der Ausbeutung des Grundwassers jedes Jahr um mehrere Zentimeter, sodass sich die Wasserspeicher selbst bei Regen nicht mehr füllen könnten. Keine gute Prognose.

Monterey (5 von 1)

San Luis Reservoir – nur noch zu 1/3 voll

Monterey (8 von 6)

Um den düsteren Gedanken zu entkommen, fahren wir ins Küstenstädtchen Monterey. Hier schrieb John Steinbeck 1946 seinen berühmten Roman „Die Strasse der Ölsardinen“. Die riesigen Sardinen-Konservenfabriken der 30er Jahre sind natürlich längst verschwunden und machten in der Cannery Row mehrheitlich Restaurants, Sweet-Shops und Souvenirläden Platz. Doch ein Nachtessen mit Blick auf die Bucht von Monterey ist auch heutzutage noch wunderschön.

Monterey (2 von 2)

Die letzte Ölsardinenfabrik ist ein Museum

Monterey (1 von 2)

Cannery Row in Monterey bei Nacht

First Day in San Francisco

Man soll den Tag nicht vor dem Abend verschreien. Während gestern das Brummen, Dröhnen und Vibrieren der startenden und landenden  Jets noch leicht störend wirkte, präsentierte sich dieselbe Welt heute Morgen ganz friedlich und interessant!

Um dem fensterlosen Restaurant unseres Hotels zu entfliehen, spazierten wir gemütlich auf dem Bay-Walk dem Meer entlang. Nur erschreckt von halbnackten Joggern die laut “passing left!” rufen, bevor sie links an einem vorbei rennen. Äxgüsi, so geht das hier!

Schon will der Ehemann umkehren, um sich dem amerikanischen Frühstück im Dunkeln zu widmen. Knapp kann ich noch 300 Meter aushandeln, in der Hoffnung, dass wir ein Restaurant mit Meersicht finden. Und dann kommt das hier!

A breakfast with a view

A breakfast with a view

Bitteschön! Man soll nie zu früh aufgeben! Ed Sheran trällert “Days like this”, die Sonne wärmt uns den Pelz und ein Macchiato den Bauch! Den Kaffee mussten wir uns allerdings verdienen. Eine Reiseführerin bestellte im Starbucks für ihre chinesische Reisegruppe 10 Kaffees in unterschiedlichsten Ausführungen. Und für jeden Kafi – ich schwörs! – hat sie mit einer anderen Kreditkarte bezahlt! Live ist brutal…