Forschen und Baden

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Der Besuch einer Forschungsstation gehört auf einer Antarktis-Reise, wenn immer möglich, dazu. Wir durften die argentinische Base Naval Orcadas auf Laurie Island besuchen. Laurie Island gehört zu den Süd-Orkney-Inseln. Bereits 1904 wurde die Station von Schottland an Argentinien übergeben. Seit dieser Zeit ist die Station – anfangs bloss eine winzige Steinhütte – ununterbrochen besetzt und ist damit die älteste, ständig bewohnte Station in der Antarktis. Die Forschungsschwerpunkte sind Gletscher- und Erdbebenkunde sowie Meteorologie.

Heute ist die Station natürlich ein modernes Gebäude und im Sommer von 45, im Winter durchschnittlich von 14 Personen bewohnt. Pro Jahr verbraucht die Station 192’000 Liter Treibstoff, der auch der Stromerzeugung durch 4 Generatoren dient. Das Wasser wird aus Eis geschmolzen. Zwei Schiffslieferungen pro Jahr dienen der Versorgungssicherung der Station und ein Arzt betreibt ein Mini-Spital mit vier Betten. Und natürlich gibt es auf einer argentinischen Forschungsstation auch eine Bar und eine Kirche.

Als wir in der kleinen Bucht anlandeten, besuchte gerade ein Schwarm Kap-Sturmvögel den Strand. Im Hintergrund der blauschimmernde Gletscher, davor die schwirrenden Vögel, die wie riesige Schmetterlinge auf und nieder tanzten. Ein unvergessliches Schauspiel.

Video der Kap-Sturmvögel:

Und weil so ein Tag auch unvergesslich zu Ende gehen soll, hatten sich unsere Expeditionsleiter etwas Besonderes ausgedacht:

Die Täuschungs-Insel (Deception Island) ist innen sozusagen hohl, was man vom Meer her kaum sehen kann. Ein Vulkan brach vor langer Zeit zusammen und hinterliess einen riesigen Krater, die sogenannte Caldera. In diesen Kratersee kann man durch eine schmale Öffnung (Neptuns Blasebalg) hineinfahren.

Am Strand der Whalers Bay gibt es heisse Quellen, in denen man sich fast die Füsse verbrennt. Früher durfte man sich eine Kule schaufeln und im heissen Wasser baden. Das ist nun nicht mehr erlaubt (keine Eingriffe in die Natur). Und deshalb ist das Bad im Meer nur noch etwas für Hartgesottene. Wozu wir natürlich gehören! Es schneite. Lufttemperatur: minus 2 Grad, Wassertemperatur 2.5 Grad. Aber wir sind nun verbriefte Mitglieder im „Whalers Bay Swimming Club“. Wir sind jetzt auch Helden…

Und ja, es gibt auch Beweis-Fotos von uns im Wasser. Aber wir werden uns hüten, diese hier zu publizieren!

Antarktis-Lektion Nr. 11: Die Antarktis bietet im Sommer auch Strandurlaub!

Ein Gedanke zu “Forschen und Baden

  1. Ja schon, das mit dem Zertifikat. Aber Ihr habt wieder nicht gfolget: Nehmt ein Tüechli mit, für an den Strand, habe ich Euch noch geschrieben. Aber nein, keins dabei, und auch noch ohne annetzen ins Wasser rennen. Mer redet ane Wand ane!

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